Aurich/Antalya. Großer Erfolg für den Auricher Ruderer Maiko Remmers. Bei der Coastal Rowing Europameisterschaft am Sorgun Beach im türkischen Badeort Manavgat gewann er gemeinsam mit seinem Team die Goldmedaille auf der 6-Kilometer-Langstrecke im Herren-Vierer mit Steuerfrau.
Der 37-jährige, der der Sportfördergruppe der Polizei Niedersachsen angehört, siegte mit seinen Teamkollegen Lucas Schäfer (Marburg), Emil Schmidberger und Moritz Korthals (beide Stuttgart) sowie Steuerfrau Elisa Trog (Kiel) in einem hochklassigen Finale gegen starke internationale Konkurrenz.

Nach dem EM-Titel 2024 in Danzig war der Druck auf das deutsche Boot groß. Die Vorbereitung in der Türkei begann turbulent. An den beiden Trainingstagen herrschte Unwetter mit starkem Wellengang, sodass die geplanten Einheiten auf dem Meer abgesagt werden musste.
Pünktlich zu den Wettkampftagen aber zeigte sich die türkische Riviera von ihrer besten Seite. Mit Sonnenschein, rund 25 Grad und moderate Wellen herrschten perfekte Rennbedingungen. Somit war zumindest am Tag vor dem Finale eine kurze Trainingseinheit auf dem Mittelmeermöglich
Beim Finale am Freitag starteten 19 Boote im Massenstart direkt vor der Küste von Sorgun Beach. “Wir wussten, dass wir gleich am Start Vollgas geben müssen”, berichtet Bugmann Maiko Remmers. Zwei Boote aus Italien und ein Boot aus Portugal wurden im Vorfeld als Mitfavoriten eingeschätzt.
Bereits vor dem Start hatte das deutsche Team eine klare Strategie. Die Crew legte sich mit ihrem Boot bewusst an eine der äußeren Startbojen, zwischen denen die ca. 200m lange Startlinie liegt. Zwar bedeutete das eine etwas längere Strecke, doch so konnten Enge und mögliche Kollisionen im dichten Feld vermieden werden.
Nach dem Startsignal fand das deutsche Quartett sofort in einen kraftvollen Rhythmus und setzte sich mit beeindruckendem Tempo mit an die Spitze des Feldes.
Schon nach 1000 Metern übernahm das deutsche Boot an der ersten Wendeboje die Führung und konnte diese auf den folgenden Kilometern ausbauen.
Mit präzisen Manövern von Steuerfrau Trog und gutem Timing beim Rudern durch die Wellen konnte die Crew die Verfolger auf Abstand halten.

Nach 6 Kilometern erreichte das deutsche Boot den Strand, wo Remmers aus dem Boot sprang, die letzten 50m durch den Sand sprintete und die Ziellinie nach 23:36 Minuten überquerte.
Mit einem Rückstand von 23 Sekunden erreichte das türkische Boot den Strand und errang überraschend Silber, gefolgt von Italien auf dem Bronzerang.
“Wir sind überglücklich. Unsere Rennstrategie ist zu einhundert Prozent aufgegangen. Nach den schwierigen Bedingungen und der intensiven Vorbereitung fühlt sich dieser Erfolg ganz besonders an”, sagte Remmers nach dem Rennen.

Sechs Wochen lang hatte er sich mit Unterstützung seines Trainers Eduardo Linares mit zehn bis elf Trainingseinheiten pro Woche speziell auf die Europameisterschaft vorbereitet. “Wir haben viel individuell trainiert, weil wir an unterschiedlichen Orten leben. Umso schöner, dass am Ende alles perfekt zusammengepasst hat”, so Remmers.
Der Triumph in Antalya war nicht nur die erfolgreiche Titelverteidigung, sondern auch die einzige deutsche Medaille auf der Langstrecke. Ein starkes Zeichen für das deutsche Coastal Rowing Team und ein herausragender Erfolg für den Auricher Spitzensportler.
