Zwei Mal Gold und einmal Silber für Auricher Ruderer

Rudern: Maiko-Benedikt Remmers trifft beim Beach Sprint auf Olympiasieger

Am vergangenen Wochenende fand die Flensburger Coastal Rowing Regatta auf der Förde statt, in deren Rahmen die nationalen Qualifikationen für die Welt- und Europameisterschaften im Herbst ausgefahren wurden.

Bei Sonnenschein und flachen Wasser, leider ohne Wellen wurden am ersten Regattatag im „Förde-Race“ die Rennen der Langstrecke in den verschiedenen Bootsklassen ausgefahren. 

Der Auricher Ruderer Maiko-Benedikt Remmers ging im Doppelvierer zusammen mit Hendrik Nagel (Bremen), Christian Vennemann (Osnabrück), Malte Hein und Steuerfrau Carina Hein (beide Hamburg) an den Start.

Nach einem zweiten Platz im Vorlauf über 4 km konnte sich das Quartett im Finale über 6 km nach einer offensiven Startphase an die Spitze des sechs Boote Feldes legen. Zur Streckenhälfte gelang es den Norddeutschen schließlich, sich vom Verfolgerfeld abzusetzen. Nach 26:56 Minuten überquerten Remmers und seine Mannschaft als erste die Ziellinie mit einem Vorsprung von knapp 50 Sekunden auf das zweitplatzierte Boot aus Ulm. Bronze ging an das Team aus Dresden.

Die Norddeutschen können sich jetzt berechtigte Hoffnungen auf einen Start bei den Europameisterschaften Ende Oktober im spanischen San Sebastian machen. Die finalen Entscheidungen dazu sollen zeitnah vom Deutschen Ruderverband (DRV) gefällt werden. 

Am zweiten Regattatag stand der Beach Sprint über 500m auf dem Programm. Dabei starten die Sportler/innen fußläufig am Strand und laufen nach dem Startsignal zu ihren im Wasser liegenden Booten. Es folgt eine 250m lange grade Strecke, bei der zwei Bojen abwechselnd passiert werden müssen. An der dritten Boje muss eine 180 Grad Wende gefahren werden, um dann geradeaus zurück an den Strand zu fahren. Nach dem Ausstieg sprinten die Sportler/innen wieder an den Strand und drücken einen elektronischen Druckknopf. 

Diese noch junge Ruderdisziplin soll voraussichtlich 2028 neu in das olympische Programm aufgenommen werden. 

Remmers konnte sich im vergangenen Jahr bei allen Regatten und auch der nationalen Ausscheidung in Bremerhaven im Einer durchsetzen und wurde vom Deutschen Ruderverband für die Weltmeisterschaften im Beach Sprint nominiert, bei denen er schließlich im portugiesischen Oeiras bei Lissabon den 17. Platz belegte.

Nachdem Remmers in diesem Jahr die beiden ersten Coastal-Regatten in Bremerhaven und Stralsund aufgrund einer Corona-Erkrankung Ende Juli verpasst hatte, war dies sein erster Auftritt im Beach Sprint in dieser Saison. Dabei bekam er es mit einem äußert starken neuen Konkurrenten zu tun: Der zweifache Olympiasieger Karl Schulze aus Dresden hatte 2012 in London und 2016 in Rio jeweils die Goldmedaille im Doppelvierer gewonnen. 2021 in Tokio belegte er Platz 8. 

Siegerehrung im Herren Einer (v.L.n.R.): Silber für Maiko-Benedikt Remmers, Gold für Karl Schulze (Dresden), Bronze für Alexander Groß (Lübeck)

In diesem Jahr entschied sich der 34-jährige Kaderathlet der Bundespolizei ebenfalls im Beach Sprint anzutreten und wurde seiner Favoritenrolle mit einem Sieg im Vorlauf in 2:35 Minuten gerecht. Der gleichaltrige Remmers konnte seinen Vorlauf in 2:32 Minuten ebenfalls gewinnen. Im Halbfinale konnten sich die beiden Polizeibeamten jeweils wieder durchsetzen und trafen damit im Finale aufeinander.

Dort gelang es Schulze direkt am Start die Führung zu übernehmen und diese bis ins Ziel auf knapp sechs Sekunden Vorsprung vor dem Auricher auszubauen. Mit seinem Sieg qualifiziert er sich für einen Start bei der Beach Sprint WM, die Mitte Oktober in Saundersfoot in Wales ausgetragen wird. 

„Im Finale hat sich deutlich die physische Überlegenheit des Olympioniken Schulze gezeigt und er hat sich verdient durchgesetzt“, resümiert Trainer Wiard Cordes das Rennen. 

„Ich bin leider Mitten in der Saison an Corona erkrankt und musste eine 16-tägige Sportpause einlegen. Nach umfangreichen Untersuchungen in der sportmedizinischen Abteilung des Reha-Zentrums Oldenburg bekam ich Anfang August grünes Licht für die Wiederaufnahme des Trainings. Die bis dahin verlorene Physis konnte ich in den verbleibenden zwei Wochen vor dieser Regatta leider nicht wieder ganz herstellen, sagt Remmers. 

Dennoch ist der Auricher mit der Silbermedaille zufrieden und ist somit laut Nominierungskriterien des Deutschen Ruderverbands (DRV) zumindest Ersatzmann für Schulze sowie die männlichen Ruderer des gemischten Doppelvierers beim Beach Sprint. 

Finalrennen im Herren Doppelvierer (v.L.n.R.) Maiko-Benedikt Remmers, Hendrik Nagel, Christian Vennemann, Malte Hein und Steuerfrau Carina Hein

Einen Auftritt bei der WM in Wales wird er dennoch haben. Bei der Langstrecke geht er im Doppelzweier mit Hendrik Nagel (Bremen) an den Start. 

Zum Abschluss der Regatta konnte das Quartett Remmers, Nagel, Vennemann und Hein noch eine weitere Goldmedaille in der Beach Sprint Einer Staffel vor den Teams aus Hamburg und Flensburg gewinnen.